Climb & Fun 2012

Ostern, Klettern, Meer, Wandern, Naturfreunde…das hat schon Tradition. Seit über 10 Jahren organisiert das Sportkletterreferat der Naturfreunde Steiermark Kletter- und Wanderfahrten in der verschiedensten Sportklettergebieten in ganz Europa.
Nach einem Bericht in einer Kletterzeitschrift über neue Klettertouren im Bereich Positano an der Amalfiküste reifte bei uns die Idee, auch einmal diese Region zu besuchen. Gesagt, getan, jetzt wussten wir unser Ziel für unsere Climb & Fun – Fahrt 2012. Nach unzähligen Vorbereitungshandlungen, wie Kletterführer, Wanderführer, Karten, GPS Daten besorgen und Campingplatz reservieren starteten wir am 31.3.2012, um 10:00 Uhr in Mürzzuschlag. Wir fuhren über Graz, Villach, Venedig, Rom nach Sorrent, wo wir um ca. 03:00 Uhr in der Früh ankamen. Hier quartierten wir uns beim  Campingplatz Santa Fortunata ein. Der Campingplatz ist relativ groß, hat eine wirklich schöne Lage mit Blick zum Meer und nach Sorrent und hat viele Bungalows zum Mieten (Vorteil), dafür ist das Personal nicht sehr freundlich und der Minimarkt  bzw das Restaurant ist ein Witz (liegt vielleicht daran, dass erst am Tag unserer Ankunft geöffnet wurde).  
Insgesamt waren wir 31 Teilnehmer und  wir fuhren wieder mit dem Busunternehmen Almer (weiterzuempfehlen), wobei ich unseren Busfahrer Ernst diesmal besonders loben muss. Schon bei der Ankunft in Sorrent merkten wir, dass es diesmal für unsren Busfahrer  kein Honiglecken  wird, enge Straßen und Gassen, viel Verkehr, rücksichtslose Italiener (Moped und Busse).
Aber weiter mit unserer Geschichte. Nach unserer Ankunft und nachdem wir um 08:30 Uhr beim Campingplatz Einlass fanden,  packten unsere jungen Kletterer gleich mal ihre Rucksäcke aus dem Bus und sie fuhren mit den öffentlichen Verkehrsmittel (öffentliche Verkehr ist in diesem Teil Italiens recht gut ausgebaut und auch recht günstig) nach Positano zum Klettern. Eine weiter Gruppe bewanderte Sorrent  und die nähere Umgebung. Am Abend hatten dann alle ihre Zelte und Bungalows bezogen und wir berieten, was wir am nächsten Tag tun würden.
Am 2.4., Montag trafen wir uns um 09:00 Uhr beim Bus und wir fuhren gemeinsam nach Termini. In Termini begaben sich die Klettergruppe in Richtung Klettergebiet Punta Campanella am Südzipfel der Halbinsel. Die Wanderer hatten es nicht so eilig, die Wanderroute führte über die Kapelle San Constanze auf 486 m zur höchsten Erhebung und danach immer den Grat entlang hinunter ebenfalls zum Punta Campanella. Ein wunderschöner Weg mit tausenden blühenden Lilien. Links vom Punta Campanella,  ein Genuesenturm und ein Leuchtturm, (nicht leicht zu finden) ging es über Stiegen und Leitern durch eine enge Schlucht zu den Kletterrouten, direkt am Meer. Insgesamt 9 Routen von 5c bis 7c. Nicht abgeschmiert und gut abgesichert. Um 18:00 Uhr trafen wir uns alle wieder beim Bus und es ging zurück zum Camp.
Am nächsten Morgen starteten wir schon um 08:30 Uhr. Wir fuhren mit unseren Bus zur Amalfiküste. Unseren Bus mussten wir schon vor Positano einparken, da ab Positano Fahrverbot für Busse über 10 m bestand und die Länge unseres Bus mitsamt der Schibox 11 m betrug (es kommt immer anders, als man denkt). Improvisation ist alles, so begab sich dann unsere Klettergruppe zu Fuß von Positano nach Montepertuso (4 km) und weiter zum Klettergebiet Monte Gambera. Viele schöne, aber schwere Routen im Bereich zwischen 5 c und 8 a, schön abgesichert mit tollem Ausblick auf Positano und dem Meer. Für die Wandergruppe ging es mit dem öffentlichen Bus weiter die Amalfiküste nach Praiano. Von hier aus ging es dann zu Fuß vom Meer auf 580 hm (meist über Stufen, durch Olivenhaine und Weingärten) zum Einstieg vom Sentiero degli Dei – Der Weg der Götter. Von hier aus wanderte die Gruppe dann Richtung Positano zurück. Nach insgesamt 14 Buchten (zuerst runter, dann rauf) und 15 km kamen alle wohlbehalten und teilweise etwas lädiert in Positano an. Ein herrlicher wunderschöner Wanderweg mit Meerblick. Meist recht gut markiert, außer im Ort Nocella, wo bei einer Wasserquelle die Abzweigung leicht zu übersehen ist. Um 18:30 Uhr trafen wir uns alle wieder beim Bus und es ging zurück zum Camp. Zum Abendessen ging es in die nahegelegene Pizzeria bzw. wurde selbst gekocht.
Am nächsten Tag, Mittwoch der 4.4.2012, fuhren wir alle gemeinsam mit unserem Bus durch Sorrent nach Neapel, Kultur ist angesagt. Die ganze Gruppe begab sich zu den Ausgrabungen nach Pompei, ein Riesenarial mit 3 Amphitheatern, viele Straßen und Gebäude mit Bädern, Thermen und Buffs. Alle Achtung, was die Römer früher alles gebaut hatten. Toll erhalten die ganze Stadt. Wirklich sehenswert. Um 13:00 Uhr ging es dann Richtung Vesuv. Mit dem Bus wurde bis zum Parkplatz gefahren, dann eine Eintrittskarte (8,- Euronen) bezahlt und den Rest per pedes – zu Fuß zum Kraterrand spaziert. Ins Riesenloch geschaut und wieder mit der Masse zum Bus spaziert.  Interessant, so ein Vulkan. Danach fuhren wir wieder nach Sorrent, etwas einkaufen und zurück zum Campingplatz.
Donnerstag, etwas bewölkt. Wir hatten vor, nach Amalfi zu fahren. Mit unseren Bus ging es dann wieder bis Positano, danach mit den öffentlichen Bus bis Amalfi (3/4 Stunde Fahrzeug, 7,6 € Tageskarte). Leider fing es in Amalfi zu regnen an und ein Teil unserer Gruppe fuhr wieder nach Sorrent. Der Rest strawanzte in Amalfi umher. Die Stadt mit den engen und finsteren Gassen und die Piazza Duomo mit ihren beeindruckenden Dom ist aber auch wirklich sehenswert. Ein paar Kletterer ließen sich aber vom Regen nicht abschrecken und sie begaben sich ins Klettergebiet Torre Dello Ziro oberhalb von Amalfi, wie immer nicht leicht zu finden, aber sie sind dann doch angekommen. Hier gibt es viele Routen im 5er Bereich und auch einige etwas schwerere Routen bis 8a+. Gut abgesichert. Ein paar andere Witzbolde unserer Gruppe versuchte, die Treppen der Piazza Duomo in voller Kletterausrüstung mit Seil, Rucksack, Kletterschuhe usw. zu besteigen. Die „Erstbesteigung“ gelang dann auch unter dem Blitzlichtgewitter der vor allem japanischen Zuschauer. Auch Baden war am Strand von Amalfi angesagt (das Wetter wurde dann auch Zusehens schöner).  Am Abend trafen dann alle wieder am Campingplatz ein.
Am nächsten Morgen war Capri angesagt. Eine Gruppe von Kletterern startete ihr Unterfangen Capri bereits um 07:30 Uhr. Sie fuhren mit der Fähre vom Hafen in Sorrent nach Capri, dann ging es zu Fuß nach Capri Stadt und von dort mit dem Bus nach Anacapri und weiter (umsteigen) nach Fascia zum Leuchtturm. Dort befinden sich zwei kleine, aber feine Klettergebiete mit einigen Mehrseillängenrouten im Bereich 5b bis 7b+ , teilweise gut abgesichert, es schadet aber nicht, Klemmkeile und Friends mitzunehmen. Die Wandergruppe startete um 09:00 Uhr ebenfalls nach Capri. Einige wollten die blaue Grotte begutachten, was jedoch nicht so leicht war. Man sollte wissen, dass Capri eine einzige Geldvernichtungsmaschine bzw. Touristenneppabzoginsel ist. So gab man uns die Auskunft, entweder mit dem Boot, mit dem Taxi oder zu Fuß von Anacapri zur Grotte zu kommen. Das Boot hätte 18,- € pro Pers. und das Taxi für 6 Personen 150,- € (den ganzen Tag) gekostet. So nahm die Gruppe (die ja das Wandern gewohnt ist) den Bus nach Anacapri und welch Überraschung, es ging auch von Anacapri ein Bus zur blauen Grotte. Bei der blauen Grotte wird wieder die Hand aufgehalten, 12,50 € , dann kann man sich in ein Ruderboot setzen und man wird  in die blaue Grotte gerudert.  In der Grotte wird eine kleine Runde (wirklich klein) gedreht, man sieht einen Löwen aus Stein und ein Loch, aus dem angeblich der römische Kaiser von seiner Unterkunft kam und direkt in die Grotte baden ging. Das war`s dann, aber das blaue Wasser hat wirklich eine schöne Farbe und ist äußerst beruhigend, wenn da nicht einige Ruderer wären, die sich  als Sänger profilieren wollten. Grauenhaft und sehr störend. Nach ca. 10 Minuten ging es wieder ins Freie und der Spuck war vorbei. Danach ging es wieder zurück nach Anacapri (kurze Besichtigung mit zwei recht schönen Kirchen) und zu Fuß nach Capri Stadt. Hier ist ein Trubel, wie am Jahrmarkt. Tausende Touris quetschen sich durch die Gassen, obwohl noch nicht mal Saison war, Preise zum Abgewöhnen (Cola 5,- €, Cafe 4,50 €, Bier 7,- € usw.), aber die Insel selbst hat doch seinen Charme – wenn nicht die ganzen Touristen wären. Es ging dann wieder zurück mit dem Schnellboot (wieder Gedränge, alle versuchtem, als erstes am Boot zu sein) Richtung Sorrent, wo uns unser tapferer Busfahrer  trotz Ostersperren und Wahnsinnsverkehr in der nähe des Hafens abholte und zum Campingplatz brachte. Zu bemerken ist, dass eine Gruppe von Kletterern auf Capri verzichtete, nach Positano fuhren und eines der 6 dort befindlichen Klettergebiete mit ihrer Anwesenheit beglückten.
Dann war es wieder mal soweit, dass Ende nahte, am Samstag war die Heimreise angesagt. Und es regnete von in der Früh weg aus „Schaffeln“ . Abfahrt um 12:00 Uhr und Ankunft in Mürzzuschlag am Sonntag, um 05:30 Uhr.
Einmal ein etwas anderes „Climb & Fun“, aber sicherlich interessant mit schönen Kletterfelsen und Wandertouren. Die Zustiegsbeschreibungen im Kletterführer „Malopasso“, den wir mitgehabt hatten, könnten etwas besser sein, dann hätten wir uns einige km erspart. Und einige von uns haben die Erkenntnis gelangt, dass der direkte Weg nicht immer der kürzeste ist.
Wir hoffen doch, dass alle wieder bei der Osterfahrt 2013, Climb & Fun Corse, dabei sind, Anmeldungen werden bereits entgegengenommen.
Heinz und Morten..

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